Bildende Kunst

Hubertus Hamm “vi-ew”

Unter dem Titel „vi-ew“ stellt die Galerie Kornfeld 12 Objekte des Künstlers Hubertus Hamm aus. Als ich an der Galerie vorbeiging und in die Fenster schaute, sah ich lediglich schwarze quadratische Bilder an den Wänden, die mich nicht unbedingt zum Eintreten motivierten. Als ich es dennoch tat, wurde mir ein besonderes Schauspiel geboten: Ich wurde Teil seiner Kunst, indem eine Wechselwirkung zwischen den Objekten und mir entstand.

Als Basis dieser Werke dienten Hubertus Hamm seine Fotografien, die er schon in seinen Frühwerken immer als eigenständige Objekte und nicht nur Abbilder der Realität verstand. Durch das Übereinanderlegen verschiedener Schichten mit unterschiedlichen Materialien wie zum Beispiel Glas und Keramik schafft er dann eine Dreidimensionalität.

Mich haben insbesondere die Werke fasziniert, die, in Anlehnung an „Black Paintings“, eine Kunstrichtung der 50er Jahren in New York, von der Seite betrachtet wie eine geschlossene, dunkle Fläche wirken. Diese Lichtundurchlässigkeit wird aber aufgehoben, sobald man das Bild frontal betrachtet. Wer sich dann von einer Bildseite zur anderen bewegt, dem erschließen sich unterschiedliche Muster und Flächen, die den Betrachter und seine Umgebung fragmentarisch reflektieren. Und das Bemerkenswerte ist: Das Selfie wird ad absurdum geführt wird, denn man kann sich nicht, obwohl man sich in den Werken widerspiegelt, fotografisch abbilden.

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