Bildende Kunst

Horst Antes – 7 Häuser

Neugierig, die Werke des bekannten Künstlers Horst Antes auch einmal direkt anschauen zu können, begab ich mich in die Galerie Friese, wo zur Zeit eine Ausstellung des Künstlers unter dem Titel „7 Häuser“ stattfindet. Hier konnte ich 7 monumentale, teils mehrteilige Bilder betrachten, auf denen in dunkel reduzierter Form- und Farbgebung Häuser abgebildet waren.

Entgegen der Auffassung im ausliegenden Infoblatt, wo die Häuser als lebendig und „Zeichen für das Leben selbst“ interpretiert werden, wirkten auf mich die Werke in ihrer streng geometrischen Form und Anordnung sowie der düsteren Farbauswahl eher deprimierend, leblos trostlos.

Einzig ein Gemälde stach für mich aus diesem Ensemble heraus, das „nur“ 200x200cm große Werk „Großes Haus (des Russen)“ aus dem Jahr 2006. Dieses Haus sprengt den Rahmen der Leinwand und kippt in seiner Schräglage quasi aus dem Werk heraus. Ich unterstelle dem Künstler keine prophetischen Gaben, aber mir kamen bei dessen Betrachtung sofort assoziative Gedanken an den Krieg Russlands gegen die Ukraine: Das Haus, ein Symbol für Russland, steht nicht mehr in seiner ursprünglichen Lage / Teil der Weltordnung, fällt aus dem Bild / der Staatengemeinschaft heraus. Dessen dunkle Farben im Kontrast zu der im Hintergrund angedeuteten Aufhellung lassen weitere Assoziationen zu.

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  1. Peter Lachmann

    Der Künstler hat keine “Häuser” gemalt, sondern geometrische, eckige, düstere Körper. Es “fehlen” Türen, Fenster, Menschen, kurz: Alles, was ein “Haus” ausmacht.
    Die Bezeichnung der Werke als “Häuser” ist irreführend, soll bestenfalls locken. Beneidenswert: Menschen, die angesichts von Geometrie Assoziationen entwickeln.
    P.S. Wieder einmal war ich mit dem Blogger unterwegs, auch in dieser Ausstellung. Blieb angesichts der Düsternis assoziationsfrei…

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