Bildende Kunst

Radtour: Tegeler Fließ

Welch ein Tag für eine Radtour: Sonne, keine Hitze, leichter Wind, wolkenloser Himmel! Ausgehend vom Bahnhof Jungfernheide radelten wir zunächst in Richtung Jungfernheidepark. Diese Anlage, ursprünglich ein Teil des östlich von Spandau gelegenen Wald- und Heidegebiets, das seinen Namen nach den ‘Jungfern’ des Spandauer Nonnenklosters erhielt, wurde 1920 – 1926 auf 112 ha nach Plänen des Charlottenburger Gartendirektors Erwin Barth als axial angelegter Landschaftspark gestaltet. Wahrzeichen dieses, in meinen Augen völlig unterschätztem Naherholungsgebiets (Freibad, Waldhochseilgarten, Sportplätze u.v.m.) ist der 38m hohe Wasserturm.

Wir verließen den Park an der Mäckeritzbrücke, überquerten den Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal und radelten entlang dieses Gewässers bis Saatwinkel, wo wir auf das südliche Ende des Tegeler Sees stießen. Hier locken verschiedene kleine Buchten, sofern man sich dafür die Zeit nimmt, zum Bade. Auf Radwegen der Bernauer Straße und des Borsigdamms näherten wir uns der Greenwich Promenade, an deren Ende wir auf der Sechserbrücke die Mündung des Tegeler Fließes in den Tegeler See überquerten.

Der Weg führte uns entlang der Gabrielenstraße, an deren Ende wir die Karolinenstraße überquerten. Hier begann nun das eigentliche Tourziel, die Bachlandschaft des Tegeler Fließes. Das 30,4 Kilometer, davon 9,9 Kilometer auf Berliner Stadtgebiet, lange, in weiten Teilen noch natürlich mäandrierende Tegeler Fließ umfasst neben dem eigentlichen Wiesenbach mit seinen Altarmen zahlreiche Quellen, Teiche und Seen, Moore, Feuchtwiesen, Erlen- und Grauweidenbrü-che und Verlandungszonen. Wir folgen nun der Wegbeschilderung “Barnimer Dörferweg ” und erleben ein ein kleines Paradies, in dem von der Hektik der Großstadt nichts mehr zu spüren ist.

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Einen Punkt möchte ich hervorheben, der bei mir einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, der Eichwerdersteg, ein 150 Meter langer Bohlensteg, der direkt durch die Flussaue führt, dazu viele Hinweistafeln zu Flora und Fauna sowie zur Entstehungsgeschichte des Fließes. Wenige Minuten entfernt befindet sich der Hermsdorfer See, wo sich ein Abstecher zum Strandbad Lübars und dem dortigen Strandrestaurant zur Rast lohnt.


Hinter Lübars bildete das Tegeler Fließ die Grenze zwischen der DDR und West-Berlin, entsprechend radelten wir nun auf dem asphaltierten Mauerweg. Schlagartig änderte sich die Landschaft, zunächst Kiefernwäldchen auf märkischen Sanddünen und dann Felder und Wiesen so weit das Auge reicht. Kurz vor Blankenfelde verließen wir die Route und begaben uns auf den Heimweg, der von der Einsicht und Notwendigkeit geprägt war, möglichst direkt und sicher (Radwege!) den Ausgangspunkt zu erreichen: Mönchsmühler Straße, Hauptstraße, Kopenhagener Straße, Aroser Allee, Barfussstraße, Transvaalstraße, Radweg parallel zur A100 zum Bahnhof Jungfernheide.

Dieser 42km lange Rundweg ist für mich eine der schönsten Radtouren gewesen!

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