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Cyanotypie – Britta Fäth

Cyanotypie

Die Cyanotypie ist ein Verfahren  zur Herstellung von stabilen fotografischen Bildern. Sie wurde im Jahr 1842  vom englischen Naturwissenschaftler und Astronom Sir John Herschel entwickelt und beruht im Unterschied zu den anderen Verfahren auf Eisen und nicht auf Silber, welches sonst bei der herkömmlichen Herstellung von Fotoabzügen verwendet wird.

Saugfähiges Papier wird in Lösungen von Ammoniumeisen(III)-citrat und Kaliumhexacyanidoferrat(III) sensibilisiert / benässt und danach getrocknet. Bereits die gemischten Lösungen sind lichtempfindlich. Die Belichtung erfolgt unter einem Schatten werfenden Gegenstand als Fotogramm (Gegenstand, Pflanze etc.) oder mit einem Negativ durch UV- oder Sonnenlicht. In den belichteten Partien wird dabei die Eisenverbindung zweiwertig und wasserunlöslich , während  die unbelichteten Teile wasserlöslich sind und sich unter fließendem Wasser auswaschen lassen. Der Kontrast kann durch Baden in 1%iger Kaliumdichromatlösung gesteigert werden, und die Farbe lässt sich durch Baden in anderen Farblösungen verändern /tonen.

Ich hatte die Möglichkeit dieses Verfahren in einer Ausstellung im Haus am Mierendorffplatz kennenzulernen. Dort werden zurzeit u.a. Werke von Britta Fäth unter dem Titel “Blaues Wunder -Wiedergabe der unsichtbaren Schwingungen und Formen zwischen den Zeilen” präsentiert. Mir persönlich haben insbesondere die Bilder zugesagt, bei denen als Vorlage  (Kohle)Zeichnungen von Personen in unterschiedlichen Haltungen dienen. Ein Werk fesselte dabei meine besondere Aufmerksamkeit: Eine Person (Mann?) in gebeugter Haltung rief in mir verschiedene Assoziationen wach – Enttäuschung, Resignation, Trauer, Erschöpfung – und gerade diese Uneindeutigkeit faszinierte mich. Diese ambivalente Ausdrucksstärke wurde durch das verwandte Verfahren noch gesteigert und kann bei weiteren Aufnahmen noch variiert werden (Änderung der Belichtungszeiten und ein Experimentieren an der Lösungsmischung und – konzentration.

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  1. Kommentar des Beitrags-Autors

    Leppin

    Britta Fäth:
    Das hast du alles herrlich beschrieben und zusammengefasst! wow!
    was soll/kann ich da noch ergänzen?

    schau, was ich gerade geschrieben habe…
    (kannst gerne was von dem text nehmen, wenn du magst.)

    …Kratzen, ritzen, schaben, malen, ätzen, polieren, einbrennen, wärmen, auswischen, drucken…
    hier geht Eine mit Dingen um, die ihr liegen und die ihr lieb sind.
    Ihre Wahrnehmung, Begeisterung und Dramatik, setzt Britta Fäth gerne mit dem Kunsthandwerk Radieren um, was ein Schwerpunkt ihres breiten Spektrums ist.
    Sie lässt sich dabei immer auf den Prozess ein: Suchen, überraschen, entscheiden, herausfordern, umsetzten, gesammelte Kenntnisse variabel und intuitiv einsetzen, sich an Ideen erfreuen, handeln, ausprobieren und aufhören, wann es gut ist.
    Sie verlässt sich auf ihr Gefühl, auf Neugierde, Begeisterung, Bewunderung, Berührung, Sehnsucht und auf ihre demütige Ausdauer.
    Ihre Motive, findet sie im Leben, in der Natur, Großstadt, Museen, Cafes, in inneren und äusseren Geschichten, in Schicksal, Verletzlichkeit, organischen Bewegungen.
    Im sensiblen Hinsehen, Hineinsehen, Darlegen…und dabei frei, offen und tolerant sein, so gut sie kann. Ihre Sehnsucht, Liebe und Lebendigkeit sind ohne Ende. Zum Glück !

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