Bildende Kunst

Novembergruppe

 Die Berlinische Galerie bietet eine Ausstellung an, die anlässlich des 100. Geburtstags der Novembergruppe ausgewählte Werke der bildenden Kunst, der Architektur und der Musik dieser Vereinigung präsentiert. 
Die Novembergruppe war eine am 3. Dezember 1918 in Berlin gegründete Künstlervereinigung, die ihren Namen der Novemberrevolution des gleichen Jahres entlehnte. 
Die Künstler der Novembergruppe bezeichneten sich selbst als radikal und revolutionär. Maßgebliches Ziel der Künstler war die Vereinigung von Kunst und Volk. Darüber hinaus versuchte die Gruppe, Einfluss auf öffentlich kulturelle Aufgaben zu nehmen. 
„Wir fühlen jung, frei und rein. Unsere fleckenlose Liebe gehört dem freien Deutschland, aus dem wir mutig und ohne Scheu mit allen zur Verfügung stehenden Kräften Rückstand und Reaktion bekämpfen wollen.“ 

Charakteristisch für die Künstler der Novembergruppe ist eine Stilvielfalt, häufig als Kubofutoexpressionismus bezeichnet. Die Wortschöpfung bezieht sich auf Kubismus, Futurismus und Expressionismus. Diese Vielfalt der Stile und Disziplinen verhinderte eine stilistische Einordnungsmöglichkeit und wurde von ihren Kritikern als Beliebigkeit abqualifiziert.

Von 1919 bis 1932 realisierte die Novembergruppe knapp 40 Ausstellungen, veröffentlichte Publikationen und veranstaltete Konzerte, Lesungen, Feste und Kostümbälle. Zeitweise gehörten ihr so bekannte Künstler*innen wie
Otto Dix, George Grosz, Raoul Hausmann, John Heartfield und Hannah Höch an.

Mit der Machtübertragung an Hitler musste die Künstlergruppe ihre Arbeit einstellen und 1935 wurde ihr Ende mit der Streichung aus dem Vereinsregister offiziell besiegelt.

Wer sich von dem Namen der Gruppe blenden lässt und revolutionäre Kunst – was immer man darunter versteht – erwartet, der dürfte (in der Ausstellung) enttäuscht werden. Vielmehr spiegelt die Ausstellung  die Vielfalt der Stile wider, die in der Novembergruppe zusammentrafen. Das Revolutionäre reduziert sich häufig auf neue Formen und Medien der Darstellung – der radikalen Abkehr von der “Vorkriegskunst”.

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