Bildende Kunst

Eine Weihnachtsausstellung anderer Art

Das Ziel unseres Tagesausflugs nach Halle / Saale war die Sonderausstellung „Das Come back – Bauhaus, Meister, Moderne“ im Kunstmuseum Moritzburg, wo 350 Objekte der bildenden und angewandten Kunst zu sehen sind, die zwischen 1908 und 1939 erworben worden waren. Ein großer Teil dieser Werke wurde aber während der nationalsozialistischen Herrschaft als entartet diffamiert und ins Ausland verkauft bzw. fiel den Kriegswirren zum Opfer. So finden sich unter den Exponaten zahlreiche Leihgaben, die erstmals wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sind, darunter Meiserwerke von Nolde, Klee, Kirchner u.v.a. Der Höhepunkt der Sammlungsrekonstruktion war für mich die Wiedervereinigung von 7 der einst 11 Gemälden des Halle-Zyklusses von Lyonel Feininger.

Auf dem Weg zur Moritzburg hielten wir an der „Neuen Residenz“ an, die Bezeichnung für den im Jahre 1531 errichteten vierflügeligen Gebäudekomplex, der als eines der bedeutendsten Bauwerke der Frührenaissance in Deutschland gilt. Hier präsentiert zum 13ten Mal das Beruflichen Bildungswerk e.V. Halle-Saalkreis die kreativen Arbeitsergebnisse seiner seit 2006 vom Jobcenter Halle (Saale) geförderten Arbeitsgelegenheiten mit der Advents- und Weihnachtsausstellung “Weihnachtlich Märchenhaft”. Während in dem 1600 m² großen Innenhof zahlreiche Exponate eine weihnachtlichen Wunderwelt phantasievoll bis kitschig präsentieren, sind in den historischen Räumen kunstvollen Arrangements, angefangen von überdimensionalen goldenen Nussknackern bis hin zum weiß strahlendem Eispalast, kreiert worden.

Wir erfuhren, dass 60 Langzeitarbeitslose sich im Rahmen einer Arbeitsmaßnahme in der “Kreativwerkstatt” und im “Spectaculum creativ” die Aufgaben geteilt hatten und mit Unterstützung der Mitarbeiter/innen des Beruflichen Bildungswerk e.V. Halle-Saalkreis eine Weihnachtswelt entstehen ließen. Diese Ausstellung ist die letzte von insgesamt drei thematischen Inszenierungen, die als visuelle und informative Entdeckungsreisen konzipiert wurden .

Im ersten Abschnitt des Gesamtvorhabens konnte das BBW mit “Hallo Frühling” im März 2019 bereits mehr als 20.000 Besucher in der „Neue Residenz“ begrüßen. Am 31. Mai startete das Folgeprojekt “Musenhof”. Eingebunden in das historische Gebäudeensemble präsentierte sich der Innenhof als ländlicher Barockgarten.

Über den Geschmack und die Darstellungsform ließe sich trefflich streiten, uneingeschränkt positiv empfand ich aber, dass hier Menschen in einem Projekt tätig sind, das ihnen ohne Zweifel viel Selbstbestätigung und Anerkennung bringt, zumal mit der Fertigung der Exponate ihre Tätigkeit nicht beendet ist, da sie im laufenden Betrieb als Aufsicht oder in der Gastronomie tätig sind. Darüber hinaus erhielten sie Lob von den zahlreichen Besuchern dieser bemerkenswerten Ausstellung

Aufrufe: 35

Schreibe eine Antwort

Theme von Anders Norén