Bildende Kunst

Christian Ebel – Dioramen

Christian Ebel

Es freut mich (immer wieder), wenn ich Einladungen zu einer Ausstellung meines ehemaligen Kollegen Christian Ebel erhalte. Aktuell ist eine Werkschau unter dem Titel „Ansichtssachen“ – gemeinsam mit Collagen von Volker Buschick im Salon Gras Fressen bis zum 8.12.2019 zu betrachten.

Eine Kunstform, die aus dem traditionellen Kunstbetrieb heraussticht und die mich in ihrer Vielfalt und Vieldeutigkeit immer wieder fasziniert, sind Christian Ebels Dioramen. Es sind nach seinem Selbstverständnis „Modelle nicht realisierbarer Rauminstallationen, denen physikalische, statische, finanzielle, politische und moralisch -ethische Gründe einer Realisierung entgegenstehen“. Diese Dioramen haben zumeist die Maße H40 x B42 x T31,5cm und sind beleuchtet. Häufig werden sie jeweils von einer Zeichnung begleitet, die entweder die Enstehungsgeschichte dokumentiert oder Interpretationshilfen gibt.

Nach Auskunft eines ehemaligen Klassenkameraden hat Christian Ebel diese Kunstform schon in seiner Jugendzeit kreiert, als er zum Beispiel ein Dioram für seinen Vater, einen Bundeswehrangehörigen, anfertigte, auf dem ein Schlachtfeld mit Zerstörung und Toten abgebildet worden war. Schon damals sicher eine Form des Protestes!

Diese kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Zuständen lässt sich (für mich) an allen Dioramen nachvollziehen. So wird in der aktuellen Ausstellung u.a. ein Dioram präsentiert, in dem Menschen in einen Produktions- und/oder Gesellschaftsprozess integriert sind und an dessem Ende als Schweine (Sau-Art) herauskommen. Die Gleichförmigkeit, die Monotonie dieses Vorgangs wird durch Baracken dokumentiert. Am Ende bleibt den Schweinen / Menschen noch eine kleine Insel, wo sie sich tummeln dürfen bzw. die Betrachtung technischer Apparaturen. Es ist für mich immer wieder eine Entdeckung, wie akribisch und detailliert sich der Künstler mit einem Thema auseinandersetzt und dies in origineller, häufig überzeichneter Form widerspiegelt.

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