„Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)“ – Ausstellung

Eckhard Böttger, Ewig Unterwegs

Frankfurt (Oder) ist mehr als nur eine Grenzstadt, von wo man aus billig im Nachbarland Polen einkaufen kann: Es hat sich u.a. ein Hort der modernen Kunst entwickelt, der  immer wieder bemerkenswerte Ausstellungen hervorbringt. Aktuell beherbergen die beiden Ausstellungsorte, Rathaushalle und Packhof, einen Teil der dreiteiligen Ausstellung „Schlaglichter. Sammlungsgeschichte(n)“ mit Malerei, Grafiken, Skulpturen, Objekten, Plakatkunst und Fotografie. An drei Orten, Frankfurt (Oder), Cottbus und Eisenhüttenstadt, werden zeitlich parallel Schlaglichter auf die Sammlungsgeschichten der Museen Junge Kunst Frankfurt (Oder) und des Kunstmuseums Dieselkraftwerk Cottbus sowie des Kunstarchivs Beeskow geworfen: So werden die Werke des dkw. in Frankfurt (Oder) gezeigt, die Werke aus Frankfurt (Oder) werden in Cottbus präsentiert und die Bestände des Kunstarchivs Beeskow sind in Eisenhüttenstadt zu sehen. Die Ausstellung ist zudem auch eine Vorschau auf die geplante Fusion der beiden Museen in Cottbus und Frankfurt (Oder).

Da sich die Ausstellung vor allem an der Erwerbschronologie der Kunstwerke orientiert, ist weder ein Thema, noch eine Stilepoche, geschweige denn ein Künstler / eine Gruppe erkennbar. Wenn man sich an dieses Sammelsurium gewöhnt hat, kann man durchaus bemerkenswerte Werke entdecken. Ein Schatz ist mir dabei besonders ins Auge gesprungen, das Portrait Meister Fischer von Carl Lohse, einem spätexpressionistischem weitgehend unbekannten Maler,  aus dem Jahr 1919 (s.o.): Die markanten Gesichtszüge werden durch eine fulminante Farbgebung besonders betont.

Ein grundlegendes Problem hat sich auch hier wiederum für mich aufgetan, die Fotografie als Kunstwerk. Dass ein Foto, welches durch seine besondere Motivkonstellation /-konstruktion und/oder Technik eine “Botschaft” des Künstlers widerspiegelt, ist für mich einsichtig und nachvollziehbar. Wenn es aber lediglich ein Schnappschuss ist, der lediglich eine Kopie der vorgefundenen Realität darbietet, worin liegt da die Kunst?

Direkt um die Ecke des Packhofs an der Oder befindet sich das Gränzkaffee, ein Juwel für jeden Kaffee- und Kuchengenießer! Selbst gerösteter Kaffee von verschiedensten Bohnen und Röstungen und erlesene, exotische Kuchenkreationen (z.B. Zitrone-Nusstorte) in gemütlicher Atmosphäre laden zum Verweilen und Ausspannen nach so viel bildender Kunst ein.

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