Leseabend im Autorenforum

Unser Literaturkreis wollte nicht nur im eigenen Saft schmoren und sich jeweils an einem Buch “abarbeiten”, sondern zur Abwechslung den direkten Kontakt mit der schreibenden Zunft suchen. Da schien uns der offene Leseabend des Autorenforums, der nicht nur Mitgliedern, sondern grundsätzlich jedem Interessierten offen steht, ein geeigneter Rahmen zu sein.

Jeden Montag treffen sich im Kleinen Salon der Schwartzsche Villa am Rathaus Steglitz Literaturbegeisterte. Die Autorinnen und Autoren des Abends lesen aus ihren bislang unveröffentlichten Kurzgeschichten, Gedichten, Erzählungen, Romanen, manchmal auch aus Theaterstücken.

An dem von uns besuchten Abend wurden drei Werke vorgetragen, drei Kurzgeschichten, ein Roman(Beginn) und zwei Episoden aus einem Text(fragment[?]). So unterschiedlich die Genre, so unterschiedlich war auch die Qualität: Die drei Kurzgeschichten, die in ihrer Beschreibung jeweils einem Stillleben ähnelten, waren insgesamt sprachlich dünn und hölzern geraten. – Beim Roman(Beginn) wurden in flüssigem Stil und sachkundiger, pointierter Beschreibung sieben Charaktere  in separaten Episoden vorgestellt. Die spannende Frage war, wie diese Personen zusammengeführt werden können, ohne dass dies konstruiert erscheint. – Die zwei Episoden in dem Text waren in ihrer Qualität sehr unterschiedlich: Während sich der erste Teil auf eine langatmige, leblose Beschreibung des Handlungsortes, die der Hauptperson (einem Jungen) weder sprachlich noch inhaltlich gerecht wurde, reduzierte, fanden sich  in der folgenden Episode interessante, wenn auch zum Teil unzusammenhängende Szenen, wenn zum Beispiel ein gewalttätiger Traum sprachlich gewaltig ausgeführt wurde.

Bei den jeweiligen sich anschließenden Besprechungen wurden die Texte sowohl in sprachlicher als auch in inhaltlicher Hinsicht auf Stärken und Schwächen „abgeklopft“. Die meisten Beiträge waren konstruktiv  und zeugten von Sachverstand, nur selten kamen die “Füllsel-Redner” zu Wort. Sehr positiv war die zurückhaltende Art des Moderators zu bewerten, der nur bei dem letzten Werk eine dezidiert inhaltliche Wertung abgab.

Der Abend endete gegen 22.00, und wir traten stark beeindruckt den Heimweg an: Unsere Beschäftigung mit Literatur hat durch diesen Abend wertvolle Impulse gewonnen.

Aufrufe: 0