Anlässlich des groß in der Presse angekündigten Gallery Weekends unternahm ich einen Galerie-Bummel entlang der von mir geschätzten und häufig besuchten Fasanenstraße.
Dabei stattete ich auch der Villa Grisebach, die das gleichnamige Auktionshaus beherbergt, einen Besuch ab. Dort waren zahlreiche Werke von namhaften Künstlern anlässlich der aktuellen Sommerauktion ausgestellt, alle in einer Preisklasse, die mein Budget weit übersteigen. Ein Gemälde erregte dabei meine besondere Aufmerksamkeit. Ich stand minutenlang davor und versank in das Werk. Es stellte einen Kopf dar mit einem Gesicht ohne kenntliche Physiognomie, mit Mund, Augen und Wangen aus Schichten und Zügen warmer, gesättigter Farben. Allein schon dies war prägend und für mich beeindruckend, aber je länger ich auf das Bild schaute, umso mehr Nuancen entdeckte ich in ihm, wie schattenhafte kleine Figuren in vermeintlicher Bewegung. Auch nachdem ich den Raum verlassen hatte, ließ mich das Gemälde nicht los. Das von dem Werk gemachte Foto war nur ein schwacher Ersatz und konnte dessen Intensität kaum ausdrücken.

Es ist ein Werk des Künstlers Marwan, der mir bisher unbekannt gewesen war. Zuhause informierte ich mich natürlich über ihn: Marwan Kassab-(1934-2016) war ein syrisch-deutscher Maler. Seine Werke, die vom deutschen Expressionismus und den Neuen Wilden beeinflusst wurden, erforschten intensiv menschliche Gesichter und Landschaften. Er kam 1957 nach Berlin, studierte dort Kunst und arbeitete freischaffender Maler. Von 1977-2002 lehrte er als Professor für Malerei an der Hochschule der Künste Berlin.
Leider übersteigt der angesagte Mindestpreis von 25.000€ deutlich meine finanziellen Möglichkeiten.
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