Bildende Kunst

Karl Weschke

Als Ort für unsere Kunstfahrt hatte ich mir Gera ausgeschaut Dies ergab sich aus einem Zeitungsartikel, in dem auf eine Sonderausstellung von Karl Weschke, einen mir unbekannten Maler, hingewiesen wurde. Weschke stammte aus Gera, aber erst nachträglich beim Sammeln weitergehender Informationen zu Gera wurde mir klar, dass der eigentliche Fixpunkt für unsere Exkursion Otto Dix sein würde.

Nach unserer Ankunft in Gera besuchten wir zunächst die Sonderausstellung anlässlich des 100. Geburtstags von Karl Weschke „Back in Town“. Weschke wuchs in Gera unter äußerst prekären Bedingungen auf, meldete sich 1942 freiwillig zum Arbeitsdienst, später bei der deutschen Luftwaffe und geriet in britische Kriegsgefangenschaft. Von 1945-48 war er Kriegsgefangener in verschiedenen Lagern und Umerziehungscamps. Dort erkannten die Briten sein Talent und gestatteten ihm, Kunstgeschichtskurse an der Universität Cambridge zu besuchen. Nach seiner Freilassung 1948 brach er endgültig mit Deutschland und lebte kurzzeitig in Schottland, Spanien und Schweden, ehe er sich 1955 endgültig in England niederließ. Seit 1960 lebte er als freischaffender Künstler am Cape Cornwall an der äußersten Südwestspitze Großbritanniens.

Karl Weschke

In seiner Kunst thematisierte Weschke die Verhältnisse zwischen Natur und Mensch oder Mensch und Tier. In seinen Tier- oder Figurendarstellungen geht es um Gewalt, Leid und Einsamkeit, aber durchaus auch um Liebe und Zärtlichkeit, in manchen Werken auch die Vermischung dieser beiden Pole. Mich haben insbesondere seine diversen Aktzeichnungen beeindruckt, wobei mich ein Werk gefesselt hat – warum auch immer – und ich bei dessen Betrachtung darin versunken bin.

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